Hier & Jetzt - Ausgabe 14
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Hier & Jetzt - Ausgabe 14

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Wahrlich lange hat es gedauert – dafür ist man umso umfangreicher und mit einem neuen Chefredakteur zurück.
Der Diplom-Ökonom Arne Schimmer (MdL) übernimmt mit der aktuellen Ausgabe diese Rolle.  Er ersetzt in dieser Position die Philosophin Angelika Willig, die sich fortan einer nicht näher definierten “neuen, geschlossenen Theorie” widmen möchte. Eine weitere Änderung ist die Schirmherrschaft über das Theorie-Organ, welche von der JN Sachsen an das Bildungswerk für Heimat und nationale Identität übertragen wurde. Am Selbstverständnis (hier nachzulesen) der Zeitschrift ändert sich dabei nichts, es bleibt auch unter der Leitung Schimmers ein rechtes “Debattenorgan, [...] in dem Streitfragen kontrovers und auf hohem Niveau ausgetragen werden können.”

Die vorliegende Ausgabe ist prompt eine Doppelausgabe, die nötig wurde, da das Jahr 2009 kein produktives  für die h&j war. Verwundern kann es die Leser nicht, verkörpert die Mannschaft des Blattes doch eine Seltenheit in nationalen Gefilden: Sie sind Denker und Aktivisten zugleich, was einer regelmäßige Erscheinungsweise bedauerlicherweise nicht immer zuträglich ist.

Interessant und lesenswert ist die Nummer 14 allemal. Der Münchner Stadtrat und Publizist Karl Richter geht der Frage nach politischem Erfolg nach und stellt dabei fest, daß es ohne Disziplin, Ausdauer und Persönlichkeit nicht geht.
Der Vorsitzende der Gesellschaft für Freie Publizistik, Andreas Molau, hält ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa und skizziert die Grundlagen für ein Europa der Vaterländer.
Jan P. Thomas widmet sich der Rezension des Erstlingswerks des neurechten Felix Menzels, diskutiert die Möglichkeit rechter Ikonen-Schaffung und hält abschließend fest, daß politische Theorie immer der Praxis bedarf. Der absolute “Aufreißer” des Heftes ist unumstritten ein Interview mit dem “einzigen echten Renegaten der 68er” (Jürgen Habermas) und Kenner Carl Schmitts, Günter Maschke.
Der streitbare Autor Jürgen Schwab stellt die provokative Frage, ob die Juden am Kapitalismus Schuld wären. Er beantwortet die viel diskutierte Frage auf fünf Seiten und zieht dabei u.a. Nietzsche zu Rate, verwirft pathologischen Antijudaismus und stellt klar, daß pauschaler Haß auf ein Volkskollektiv primär ein Resultat eigener geistiger Inkompetenz ist. Stattdessen wäre begründete Kritik “[...] an einzelnen Juden, an Gruppen von Juden, am jüdischen Staat Israel, selbst am jüdischen Volksgeist [...]” selbstredend legitim und mitunter erforderlich. Schwab resümiert: Statt die Juden als permanenten Sündenbock zu bemühen, soll sich das nationale Lager endlich einer fundierten Kapitalismuskritik widmen.
Weitere Beiträge stammen u.a. von Arne Schimmer (Autorenporträt Kondylis), Andreas Storr und Dr. Björn Clemens.
Abgerundet wird diese gelungene Ausgabe durch die h&j-Neuigkeit “Blätterwald und Scheibenschau” von Friedrich Baunack, einigen Rezensionen und die altbewährten “Streiflichter” von Berthold Lauterbach. Insgesamt bringt es die optische Augenweide auf 67 Seiten, die es für 4,50 Euro wirklich verdienen, gekauft zu werd





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Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05 September 2010 02:43